Wie könnt ihr uns nur glauben, dass wir aller Ernstes mit so einer Schrottkarre nach Chile reisen wollen und kommen würden. Solche Autos sind die absolute Ausnahme auf diesen Strassen da. Ein Allrad neuerer Generation ist sehr zu empfehlen…
… obwohl auch mit so einem Unannehmlichkeiten passieren können, wie ihr weiter unten lesen könnt ;)
Unseren letzten Tag in Kolumbien haben wir in „Laguna de la Cocha“ verbracht. Dem anscheinend energetisch zweitstärksten Ort auf der Welt – unsere Feinfühligkeit hat sich allerdings in Grenzen gehalten. Nichts desto trotz ist das Dörfchen auf 2800m mega herzig. Das Dörfchen besteht aus Holzchalets durchzogen von kleinen Flüsschen, die in die Lagune münden.
Die Einwohner leben vom Rumkutschieren der Touristen – auf den Flüsschen in Richtung Lagune und zur Insel “La Gorota” – und vom Forellenfang. Mhhh, war lecker die Trucha – Forelle.
So viel gab es aber doch nicht zu machen in dem kleinen Dörfchen und so gingen wir spazieren. Viel zu weit. Glücklicherweise begegneten uns zwei Töfflitaxis, die uns heil wieder zu unserer Herberge brachten – Anmerkung der Redaktion: Alexandra ist Adi noch nie auf den Töff gestiegen…
Nach einer eisigen Nacht ging es früh morgens weiter in Richtung ecuadorianische Grenze. Kurz vor der Grenze gab es noch eine imposante Sehenswürdigkeit – Santuario de las Lajas. Anstelle von einer Brücke bauten die doch gleich eine Brückenkathedrale.
Mit ein bisschen Schmiergeld konnten wir die nötigen Papiere für unser Auto am Zoll kriegen. Entgegen allen Informationen braucht man in den südamerikanischen Ländern eine Bewilligung fürs Auto, um damit in einem anderen Land zu Reisen. Tüüre Gspass gsi.
Aber Hauptsache “¡Hola Ecuador!”
Leider war Fortuna aber doch nicht ganz auf unserer Seite und als Adi sagte: “So, die letzte grosse Prüfung für unser Auto,” – nach unzähligen Schlamm und Schotterpisten – “rauf auf den Pass von Papallacta auf 4250m!” und kabuuum:
Erstmals Ratlosigkeit! Weil Sonntag, waren wir zuerst einmal in einem kleinen Kaff namens Pifo gefangen. Der Mechaniker erklärte uns, dass die Ölpumpe kaputt gegangen sei und wir am nächsten Tag, Montag, in Quito Ersatzteile organisieren müssten. Zum Glück hatte sein Sohn frei und chauffierte uns zu den Ersatzteillagern. Alle defekten Teile waren in Kürze gefunden. Am Montag Abend war unser Jeepli wieder ready und meisterte den Pass in einem Schnurz.
Wie immer wenn wir Mühsamkeiten hinter uns haben, gönnen wir uns etwas Entspannung. Die Thermen von Papallacta kamen da sehr gelegen. Sogar unser Hostel hatte zwei Pools und im Zimmer hätten wir noch einen privaten Jacuzzi mit Wasser aus den im Überfluss vorhandenen heissen Vulkanquellen füllen können.
Die Quellen waren so heiss, dass sich Adi zwischendurch eine Abkühlung im kalten Bergbächli genehmigte. Wir waren definitiv noch nie so heisssss baden.
Weiter ging es zu den Äffchen in Richtung Amazonas nach Misahualli. Aufgepasst, alles was nicht Nagel und Stichfest ist, wird von den einheimischen Affen geklaut. Nicht nur, dass sie auf einem drauf klettern, sie greifen in Hosensäcke und öffnen Reissverschlüsse. Was nicht essbar ist, landet im angrenzenden Fluss.

Wir buchten von Misahualli eine zweitägige Amazonas Tour. Auf einem Kanu ging es auf dem Rio Napo flussabwärts tief in den Jungle hinein. So tief zwar auch nicht. Man könnte Wochen auf dem Rio Napo treiben, durch Peru nach Brasilien bis in den Atlantik (Luftlinie, ungefähr 3000km).
Beim ersten Zwischenhalt im Amazonas besuchten wir einen Eingeborenenstamm – Ayllu Awarina – die uns Einiges über ihre Kultur erzählten und vorführten.
Danach befreite uns der Schamane von unseren bösen Geistern. Wer genau hinschaut, sieht wie Adi’s böser Geist die Hand des Schamanen versucht zu fressen.
Auf einer Nachtwanderung bestaunten wir verschiedene Insekten. Übernachtet haben wir in einer Jungle-Lodge. Ab 10 Uhr gab es kein Elektrisch mehr. Im Zimmer war es so extrem dunkel, man hatte das Gefühl mit geschlossenen Augen sei es heller ;)
Am zweiten Tag ging es mit dem Kanu zu einem Museum und zu einer Resozialisierungsstelle von verstörten Tieren, die zum Beispiel geschmuggelt wurden.
Zur Zwischenverpflegung gab es Forelle mit Yuca, gedämpft im Bambusblatt:
Nach diesem einmaligen Erlebnis ging es weiter nach Baños. Unterwegs bestaunten wir noch das 200 jährige Baumhaus “Casa del Arbol”. Es besteht aus zehn Stockwerken, inklusive zwei Penthouses im Dachgeschoss. Wir verzichteten dankbar und fuhren weiter.
Eigentlich sahen wir ja schon ganz viele Wasserfälle, aber dieser wurde uns wärmstens empfohlen und er war wirklich beeindruckend: “Pailon del Diablo“
Da wir in Papallacta schon so durchgethermt wurden, liessen wir die überfüllten Thermen von Baños links liegen.
Am nächsten Tag vertrauten wir wiedermal vollständig auf Googlemaps und versuchten mit dem Auto auf den Chimborazo – höchster Vulkan Ecuadors, 6200m – zu fahren. Nicht auf 6200m, aber bis auf 4800m gibt es eine Strasse, die wir leider trotz fragen nicht fanden und somit kläglich im Strassengraben landeten: Läck war die Strasse schmierig.
Das starke Lexli hat mit puurer Muskelkraft das Auto aus dem Dreck gestossen. Wir kamen ernsthaft ohne Hilfe da wieder raus – nach langem Fluchen und überlegen. Aber wirklich happy waren wir erst, als wir wieder Asphalt unter den Rädern hatten. Schlimmer als Schmierseife!
Der zweite Angriff – wieder mit Vertrauen auf Googlemaps – starteten wir von der anderen Seite des Vulkans. Diesmal gab es zwar Asphalt, die Strasse war aber ziemlich schmal. Unterwegs spielten wir noch Andentaxi und nahmen fünf Andenbewohner – wir waren also sieben – ein Stückchen mit. Ein mega Stückchen. Nicht nur mussten alle an einen anderen Ort, die Orte lagen auch nicht an unserem Weg. Die Orte lagen sogar ziemlich weit weg von unserem Weg auf den Chimborazo. Sie waren trotzdem Happy!
Zu unserer Überraschung und definitiver Bestätigung, dass wir dringend Strassenkarten von Ecuador kaufen müssen, kreuzt auf ca. 4000m plötzlich ein Highway unser Strässchen. Wir wussten, runter sind wir schneller ;) Und sch*** googlemaps, mindestens für Ecuador. Belohnt wurden wir mit einem einmaligen Blick auf den Chimborazo, der normalerweise völlig eingenebelt ist.




huui, das isch mal was anders als uf schnee de bärg derab z rutsche… händer also vom gfühl här au es bizli schwiiz gha ;) nur d chelti fählt zum glück bi eu… da sind d seeä am zuegfrüre :)
wiiterhin gueti reis und grüess us de chalte schwiiz
Die neugierigen Affen sind Totenkopfäffchen, Saimiri sciurea, herzlichen Dank für alle Infos und Erlebnisse, hebed sorg, Hansueli
Hoi zäme
Jetzt hani endli mal Ziit gha nahzlese, was ihr alles erlebt händ!
Cooli Reis bis jetzt. Lönd eu nöd underkriege und gnüssed di zweit Hälfti vo euere Reis.
Grüess us de chalte (-10 Grad, Pfäffikersee gfrohre) Schwiiz
Christoph
Ola chicca e chicco!
Wirklich de hammer was ier alles erlebet… Das super schöne auto (bin ich froh dass es nid de rostcharre isch…), mega schöni landschafte und d’lex sogar ufemene töff yeahhh
Schad! Ich finde d Daisy schöner als eue protzig Jeep… Aber trotzdem viel Glück witerhin!
Hüt bin ich bi Schneesturm ufem Üetliberg umegloffe.
Liebi Grüess
Anita
Liebe Anita
So protzig das Auto auch wirkt, hier fällt es gar nicht gross auf unter all den grossen Autos.
Wir hoffen du geniesst die Jahrhundert Kälte und auch sonst ist alles gut bei dir!
Liebe Grüsse aus Ecuador
…und immer wieder zaubert ihr ein Lachen auf mein Gesicht, bin natürlich gespannt, wenn ihr dann auch noch direkt erzählen.
Hier ist es auch pampig. Die Kälte ist weg. Gestern waren alle Wege schmierig. Der Unterschied ist, dass wir diese alle kennen und nicht so alleine seid wie ihr. Aber man sieht, dass ihr euch nicht unterkriegen lässt. Heute nun schneit es, sogar in Rappi und ziemlich gäch.
Nach einem längeren Geburri Abend mit N. ist es sehr gemütlich Zuhause.
Danke für die interessanten und erfrischenden Berichte
Barbara und M.