…willkommen in der Wüste!
Ja, das kann man wohl sagen, denn es sandet immer mehr. Eigentlich sandet es ja schon seit Nord-Perú, aber irgendwie wird die Wüstenlandschaft immer extremer.
In Trujillo verbrachten wir drei spannende Tage mit Besuchen von alten Tempeln und der berühmten Stadt Chan Chan.
Trujillo ist auch bekannt als die farbige Stadt. Im alten Stadtteil zieren farbige koloniale Bauten die Gassen. Am eindrücklichsten ist die Farbenpracht rund um den Plaza de Armas.
Unser Hotel verfügte über unzählige Zimmer und war in verschachteltem, kolonialem Stil gebaut. Es hiess auch Hotel Colonial.
Auf unser erfolgreiches Feilschen an der Rezeption, hatten sie uns die Besenkammer zu einem guten Preis gegeben. Dafür waren wir im obersten Stock mit einem Balkon und hatten einen super Blick über die Stadt.
Am frühen Morgen ging es zu den erst vor kurzem entdeckten Tempeln – Huaca de la Luna und Huaca del Sol. Zurzeit fehle das Geld, um die Ausgrabungen voranzutreiben. Aber hier entsteht definitiv eine grossartige Sehenswürdigkeit. Schon jetzt konnte man einen eindrücklichen Aufbau der fünfstöckigen, erdbebensicheren Pyramide mit diversen bemalten Wänden bestaunen.
Nur Huaca de la Luna darf man betreten. Huaca del Sol liegt noch ziemlich unter dem Sand. Zwischen den beiden Tempeln lag eine Stadt, die sie soeben erst auszugraben begannen. Es wirkt nach einer ziemlich mühsamen Arbeit. Der Wind bläst den von den Arbeitern in Schubkarren weggebrachte Sand innert Kürze wieder zurück.
Nachmittags umrundeten und bestiegen wir den besser erhaltenen Huaca Arco Iris, der in der Stadt Chan Chan liegt.
Die prä-inka Stadt Chan Chan gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist riesig. In der Stadt hat es zirka zehn gewaltige Herrenhäuser. Zurzeit darf man eines davon besuchen. Auch die eigentliche Stadt bleibt den Besuchern verschlossen. Man kriegt aber einen ziemlich guten Einblick, wie die Herrscherfamilien gelebt haben. Ein jeweiliges Grundstück besteht aus einem Labyrinth, in welchem die meisten Wände mit Reliefs verziert sind. Dazwischen gibt es riesige Plätze, Arenen und jeweils eine Oase – immer noch im Haus versteht sich – alles in allem umsäumt von bis zu vier Meter hohen Wänden. In diesen Häusern lebte natürlich die Familie mit sämtlichen Dienern und Helfern. Beeindruckend war zudem: Starb das Familienoberhaupt, wurde die ganze Gefolgschaft hingerichtet, damit sie ihrem Herrn auch nach dem Tod dienen konnten…
Am ehemaligen Hafen von Chan Chan liegt heute Huanchaco, wo – wahrscheinlich auch mehr aus touristischen Gründen – immer noch dem traditionellen Fischen auf den Strohböötchen nachgegangen wird. Ansonsten ist Huanchaco sehr modern und touristisch. Nur die Böötchen erinnern an die Blütezeit der Chan Chan.
Nach Trujillo folgte wieder einmal Wüste, Wüste und noch mehr Wüste. Doch es mussten endlich Kilometer in Richtung Lima gemacht werden. Auf der langen Fahrt amüsierte sich Adi ein bisschen in den Wellen, diesmal mit Jeepli. Tat dem Jeepli sicher sehr gut, die Abkühlung im salzigen Meerwasser…
Mit frisch und unsalzig gewaschenem Jeepli erreichten wir durch zig Umwege den Surf-Geheimtipp Centinela. Gleich neben dem Surfspot liegt ein unscheinbares Hostel ohne Strom, dass sich in den letzten Jahren zu einem oasischen Paradies gemausert hat. Mega freundlich aufgenommen und kulinarisch verwöhnt verbrachten wir eine Nacht dort.
Eigentlich könnte man dort gut einige Tage verbringen, aber irgendwie war es etwas spooky. Der Innhaber machte irgendwie einen don-mässigen Eindruck. Wir begleiteten ihn zum Einkaufen und das ganze Dorf zollte ihm einen gehörigen Respekt. Danach auch uns. Zudem, seine Frau wollte nicht aufhören uns mit religiösen, persönlich gewidmeten Büchern zu beschenken. Trotzdem, kochen konnte der Typ echt gut. Wir blieben für eine weitere Mahlzeit.
Beim Surfen hatte man einen Ausblick auf zwei mit Pelikanen vollbesetzte Felsen, die aus dem Wasser ragten.
Nächster Halt: Lima. Was für eine tolle Stadt. Wir sind beide mega beeindruckt von dem Stadtteil Miraflores. Trendy, urban, modern und direkt an der Steilküste zum Meer. Unter der Steilküste kann man surfen. Entlang der Steilküste hat es einen ewig langen Park, in dem man unzählige Sportarten treiben kann. Sport in einer Millionenstadt, mit frischer Meeresbrise, das gibt es selten.
Rund um die Stadt ist aber auch Lima von Armut geprägt, aus der die wenigsten flüchten können. Zu den inneren Stadtteilen ein extremer Gegensatz!
Angespornt von den vielen Sachen, die wir in den nächsten Tagen noch vorhaben, gönnten wir uns nur einen kurzen Aufenthalt in Lima und preschten kurz darauf weiter nach Süd-Perú.
Was für eine Überraschung: Wieder nur Wüste!
Bei Panamericana Süd, Kilometer 134, bogen wir rechts ab und gingen wiedermal surfen. Ach ja, wegen des kalten Wassers hatten wir uns in Trujillo noch mit Neoprens ausgerüstet, die nun rege zum Einsatz kamen und kommen werden.
Bei super Wellen verbrachten wir Ewigkeiten im Wasser. Plötzlich bemerkte Alexandra aber dunkle Finnen aus dem Wasser ragen und sofort paddelte sie Richtung Strand. Adi genoss weiterhin das Surfen mit fünf Delfinen. Alexandra kam freudig zurück als ihr ein Local den unterschied zwischen Hai und Delfinen erklärte. Aber wir müssen beide gestehen, so grosse Fische, die plötzlich im Wasser um einen herum schwimmen, sind im ersten Moment schon eher beängstigend. Es war ein supertolles und bis jetzt einmaliges Erlebnis.
Wie immer gibts leider kein Foto davon, dafür von Adi mit seinem neuen Käppli. Ist doch auch toll!
Auch der Abend bot wieder spektakuläre Fotosujets. Auf der rechten Seite gleich neben dem Felsen ist der Surfspot. Links auf dem Felsen sind tagsüber die Pelikane, am Abend die Fischer. Lieber ein Bild im Halbdunkeln, denn wenn es hell ist, ist der schwarze Felsen erstaunlich weiss. Ratet mal warum?!
Von Cerro Azul fuhren wir weiter in das vor fünf Jahren von einem Erdbeben zerstörte Dorf Paracas. Inzwischen ist ziemlich viel, ziemlich modern wieder aufgebaut worden. Ansonsten kann sich das erdbebengeplagte Dorf glücklich schätzen. Gleich nebenan liegt ein riesiger, geschützter Nationalpark. Erstaunlicherweise ebenfalls Wüste, trotzdem schön. An einem der schönen, naturüberlassenen Stränden machten wir es uns gemütlich und gingen bädelen.
Auf den heissen Steinen in der Bucht liess sich auch Rango ein Sonnenbad nicht entgehen. Aber mal ehrlich, bis das Kerlchen sich mal vor der Linse entspannte…
Nicht nur verfügt Paracas über den wunderschönen Park, sondern auch über die Inselgruppe Ballestas. Die Inseln werden bootweise von Touristen besucht. Aussteigen verboten! Wieder einmal konnten wir tausende – um genau zu sein, diesmal millionen – Vögel bestaunen. Dazu gab es aber noch Seelöwen und Humboldt-Pingus. Auf dem Weg dorthin sahen wir schon wieder Delfine. Wir dürfen uns wohl glücklich schätzen.
Bei so viel Sand erstaunt es nicht, dass es auch mal eine bilderbuchreife Oase gibt. So niedlich, ruhig und gemütlich Huacachina auch wirkt, es hat es faustdick hinter den Ohren.
Das Touri-Magnet schlechthin.
Über Sandbuggytouren, Sandboarden, Baden und Party, Party, Party wird man hier auch standardmässig auf Englisch angesprochen – Englisch? Das erste Mal auf unserer Reise, eigentlich schade. Wir verstehen inzwischen einfach kein Englisch mehr.
Angetan von einer zwar nicht so überzeugenden Sandbuggytour entschieden wir uns trotzdem eine Nacht länger zu bleiben und mit professionellem Equipment und Guide für Sandboarding eine Tour am nächsten Abend zu buchen.
Übernachtet haben wir diesmal in einem etwas schickeren und vom Partyrummel abgeschirmten Hotel. Wir genossen die Zeit im Hotel Suiza, die wir uns mit dem Zustupf von Adi’s Onkels leisten konnten und möchten daher ganz herzlich Christian und Greta danken!
Der zusätzliche Tag in der Oase hat sich so was von gelohnt. Mit professioneller Ausrüstung, einem super Guide und powervollem Sandbuggy macht es extremen Spass. Wie ein Tag in frischem Pulverschnee, nur mit Boardshorts, bzw. T-Shirt und Mund, Nase, Ohren, Füdlispalt voller Sand!
Es Grüssen daher zwei glückliche Sandflöhe!






















Hey ihr beiden Sandflöhe
echt schnüge euer blog. Übrigens Delphine haben Alexandra als Kind schon mal begleitet auf einer Fährenfahrt. War ja auch lange ihr Lieblingstier. Kuschelplüschtier-Ohranhänger-Kettenanhänger-Bettwäsche-T-Shirt-Album-Briefpapier-Schreibzeug und vieles mehr wovon man nur träumen kann. Toll diese Begegnung für euch beide!
….und die gute Figur, die ihr beide auf dem Board macht, hoppla!
Langsam auch müssen wir an den Sommer denken und uns mal auf die Wage stellen oder schauen, ob wir auch ohne Board eine gute Figur machen!(?)
Apropos Vögel – wundervoll!
Hier vor meiner Haustüre hat sich ein Storchenpaar niedergelassen – inmitten der Schafe. Es wird gemunkelt, dass sich auch Rapperswil zur Storchenstadt entwickelt. Aufgepasst das Städtchen könnte sich zur Grossstadt entwickeln.
Hey weiterhin viel Spaaaaaaaass nund danke tuuuuuusig
Barbara und Thomas
…natürlich sehr geehrt, in Eurem Bericht namentlich erwähnt zu werde wünschen wir Euch weiterhin alles nur vom Feinsten (ausser Sand :))
the onkels
Hey cool! Sand-Boarding (aka Sand in jeder Ritze) durfte ich auch schon mal geniessen… Macht schon Spass.
Das Buggy-Abenteuer lässt bei mir noch bis im August dieses Jahres auf sich warten.
Viel Spass weiterhin und danke, dass ihr immer wieder schreibt, schön was zu lesen!
Total schön!
Bringed chli Sand mit id schwiiz.
Lg. Diana
Hoi Ihr Beiden
Ich habe Euren Bericht mit Spannung und Vergnügen gelesen. Ihr erlebt unglaublich viel Natur pur! Wir haben uns Lima länger angeschaut. Ihr könnt ja dann unsere Bilder davon ansehen, wenn Ihr mögt. Dafür sind wir von dort nach Arequipa geflogen und haben nichts vom ellenlangen Strand gesehen. Wir haben uns ja auch nicht 6 Monate Zeit genommen! Wo Ihr wohl gerade jetzt seid? Ich freue mich auf Eure nächsten Bilder und Kommentare.
Alles Liebe
Beatrice