Lago Titicaca

Als letzte Station unseres Kulutmarathons besuchten wir den Titicacasee. Am Montag Nachmittag gingen wir die Gäber von Sillustani besuchen. Die Gräber sind aus der Prä-, sowie aus der Inkazeit. Für uns immer extrem faszinierend ist, wie die Inkas die Traditionen ihrer Vorgänger übernahmen und es ihren Vorgängern in verbesserter Form nachmachten. Ein Guide meinte auch, dass man wie nicht von verschiedenen Kulturen sprechen kann, sondern eher von verschiedenen Epochen. Alles schien eine Weiterentwicklung des Bestehenden zu sein. Erst die Invasion der Spanier zerstörte viel der alten Kulturen.

Am zweiten Tag ging es zur Inselgruppe Uros. Auf schwimmenden Inseln hiessen uns die Einwohner wilkommen und erklärten uns ausführlich den Aufbau der schwimmenden Inseln sowie ihre Lebensart. Mit einem traditionellen Boot wurden wir dann von einer Familieninsel auf die Hauptinsel gerudert.

Nach einer weiteren zweienhalb stündigen Bootsfahrt landeten wir auf der Insel Taquile. Die Insel ist vorallem durch eine spezielle Eigenschaft bekannt: Strickende Männer!
Adi wollte sofort wieder weg. Weiter amüsant ist, Single Männer erkennt man an einer halb weissen, halb roten Mütze, verheiratete an einer komplett roten Mütze. Natürlich selbstgestrickt.
Zu Mittag assen wir bei einer Inselfamilie. Zur Vorspeise Quinoasuppe, als Hauptgang Trucha – eine Forelle. Sehr lecker!

Am nächsten Tag fröhnten wir nach einenhalb Monaten wiedermal einer unserer Lieblingsbeschäftigungen nach: Grenzüberquerung!
Voller Hoffnung, dass es diesmal ganz einfach wird, da wir ja inzwischen Übung haben, starteten wir früh morgens Richtung Grenze.
Leider nichts gewesen. Die Habaschen in Tumbes – Peruanischer Grenzposten zu Ecuador – hatten doch voll vergessen unser Auto im Computersystem zu erfassen. Man sagte uns: Ohne Registration kann das Land nicht verlassen werden.
Um diese Zeit war es etwa 09:00 Uhr. Wir hatten extra genug Zeit eingeplant, da wir am Nachmittag um 1:30 Uhr eine Tour auf eine weitere Insel gebucht hatten.
Bevor wir also weiterfahren durften, mussten die Herren in Tumbes uns registrieren. Da aber das Festnetztelefon nicht funktionierte und keine Guthaben auf den Mobiltelefonen der Herren Zöllner waren, versuchten sie mal ein E-Mail zuschreiben. Auch das schien nicht unbedingt ihre Hauptbeschäftigung zu sein. So brauchte der Zöllner doch sage und schreibe 30 Minuten um zwei Zeilen zu tippen.
Vier Stunden später waren wir auf der bolivianischen Seite, wo dann aber alles ganz schnell klappte. Die Polizisten fragten zwar noch nach einer kleinen Unterstützung für ihren heruntergekommen Posten, der wir natürlich in unserer grosszügigen Laune gerne nachkamen.
Inzwischen war die Tour aber verpasst!

Flexibel wie unser Guide aber war, konnten wir das Hotel kurzerhand umbuchen und die Tour auf den nächsten Tag verschieben. Was für ein Glück!
Wir verdauten unser Ärger im schönen Copacabana.

Copacabana heisst – wie unser Guide erklärte – Blick über oder auf den See. All die Hügelchen um den See sind schnell mal über 4000 Meter, da der See ja auf 3800 Metern über Meer liegt. Man kann sich also gut vorstellen warum die Urbewohner diesen Ort so getauft haben.

Am darauffolgenen Tag gingen wir mit Jamie unserem Guide auf die Isla del Sol.
Die Isla del Sol ist die grösste und heiligste Insel des Titicacasee. Von dieser Insel aus wurde die Epoche der Inkas gegründet und ist für viele Andenbewohner auch heute noch einer der wichtigsten Pilgerorte. Wir verbrachten einen weiteren herrlichen Tag in der warmen Bergsonne am Titicacasee. Der höchstgelegene für Schifffahrt freigegebene See der Welt: auf 3800 Metern über Meer.

Damit alle Touristen auch ja genug Wasser für Dusche und WC haben, wird täglich Unmengen an Wasser mit Eseln den Berg hochgetragen. Natürlich nur zu Zeiten wo keine Touristen im Weg sind.

Inzwischen in La Paz angekommen verabschieden wir uns mit dem Andengruss.

Wir freuen uns morgen früh Mauro und Nadine abzuholen und mit ihnen die nächsten zwei Wochen zu verbringen.

Ein Kommentar zu „Lago Titicaca“

  1. Hei namal, das isch ja super, dass dort auch die Männer stricken. Ich würde ja wunderbar in diese Gesellschaft passen, denn seit kurzem ist dies wieder eine meiner Leidenschaften geworden! Adi, ich werde dich ins Stricken einführen. Nichts Kratziges, was Flauschiges. Wie wärs mit Alpaca? Geniesst das Zusammensein mit Nadine und Mauro und liebe Grüsse. Beim Lesen dieses Blogs habe ich gemerkt, dass ich euch sehr vermisse. Aber es geht jetzt ja nicht mehr lange, da kann man ja mal bereits Alexandra in die Arme nehmen. Gute Reisen noch und bis bald. Freu mi!!!!! Barbara und Mami

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